Kleines Lexikon: Steuerrecht

Themenschwerpunkt Steuerrecht zusammengestellt
von Rechtsanwalt und Steuerberater Harald Halbig.

Abgeltungsteuer
Mit der Einführung der Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge werden seit dem 01.01.2009 alle Kapitalerträge von Privatpersonen mit einem einheitlichen Steuersatz von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert. Bemessungsgrundlage sind die Bruttoerträge abzüglich eines Sparerpauschbetrages in Höhe von 801,00 € bzw. bei Verheirateten in Höhe von 1.602,00 €. Ein Werbungskostenabzug ist nicht mehr möglich. Liegt der persönliche Einkommensteuersatz unter 25% kann der Steuerpflichtige beantragen, eine Versteuerung mit seinem persönlichen Einkommensteuersatz durchzuführen.
Arbeitnehmerpauschbetrag
Der Arbeitnehmerpauschbetrag ist ein Werbungskostenpauschbetrag der im Rahmen der Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit zum Abzug gebracht werden kann. Er beträgt 1.000,00 €. Der Arbeitnehmerpauschbetragt kommt immer dann zur Anwendung, wenn der Steuerpflichtige Werbungskosten von weniger als 1.000,00 € geltend machen kann.
Arbeitszimmer
Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer können uneingeschränkt geltend gemacht werden, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit bildet. Bildet das Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit, kommt ein Abzug nur dann in Betracht, wenn dem Steuerpflichtigen kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. In diesem Fall ist der Abzug der Aufwendungen auf maximal 1.250,00 € begrenzt.
Außergewöhnliche Belastungen
Erwachsen einem Steuerpflichten zwangsläufig größere Aufwendungen als der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverhältnisse, gleicher Vermögensverhältnisse und gleichem Familienstandes können diese Aufwendungen als außergewöhnliche Belastungen steuermindern geltend gemacht werden. Außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art werden allerdings nur insoweit berücksichtigt als sie die zumutbare Belastung übersteigen. Typische außergewöhnliche Belastungen sind: Krankheitskosten, Bestattungskosten, Scheidungskosten.
Betriebsausgaben
Als Betriebsausgaben gelten alle Aufwendungen eines Steuerpflichtigen die durch seinen Betrieb veranlasst sind. Dazu gehören alle Vermögensabflüsse in Form von Geld und Sachwerten.
Betriebseinnahmen
Zum Betriebsvermögen gehören alle Wirtschaftsgüter, die nach Ihrer Art und nach Ihrer Funktion in einem betrieblichen Zusammenhang stehen. Man unterscheidet in steuerlicher Hinsicht zwischen dem notwendigen und gewillkürten Betriebsvermögen. Zum notwendigen Betriebsvermögen zählen alle Wirtschaftsgüter, die unmittelbar für betriebliche Zwecke genutzt werden und deren betrieblicher Nutzungsanteil mindestens 50% beträgt. Beträgt der betriebliche Nutzungsanteil zwischen 10% und 15% handelt es sich um gewillkürtes Betriebsvermögen. Der Steuerpflichtige kann diese Wirtschaftsgüter dem Betriebsvermögen oder dem Privatvermögen zuordnen. Beträgt der betriebliche Nutzungsanteil weniger als 10% handelt es sich um notwendiges Privatvermögen.
BFH
Bundesfinanzhof - Oberster Gerichtshof des Bundes für Steuern und Zölle
Bilanz
Bei einer Bilanz handelt es sich um eine Gegenüberstellung von Vermögen (Aktiva) und Schulden (Passiva) in Kontenform. Das Vermögen läßt sich dabei im Wesentlichen in das Anlage- und das Umlaufvermögen untergliedern, die Passiva lässt sich im Wesentlichen in das Eigen- und das Fremdkapital untergliedern. Die Bilanz ist zentraler Bestandteil des Jahresabschlusses.

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